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Der Hafen von Antwerpen hat ENGIE für einen 30-Jahres-Zeitraum als Konzessionär und kommerziellen Betreiber eines neuartigen Konzepts ausgewählt. Dabei soll im Antwerpener Hafen ein alternativer Energiehub für Mobilität und Transport entstehen.

 

Das Projekt geht auf eine Zusammenarbeit zwischen einigen Tochtergesellschaften der ENGIE Gruppe zurück. ENGIE LNG Solutions wird als Konzessionsnehmer den kommerziellen Betrieb gewährleisten. Dagegen werden ENGIE Fabricom und ENGIE Cofely für den Bau, die Wartung und die Bewirtschaftung verantwortlich zeichnen. Aufgrund des eingesetzten „Boil-off“-Optimierungsprozesses handelt es sich um eine Null-Emissions-Anlage. Die erste Phase der Infrastruktur wird Ende 2017 einsatzbereit sein.

 

Um das Projekt durchführen zu können, wurde ein Konsortium aus verschiedenen Firmen zusammengestellt, darunter ENGIE LNG Solutions, Havenbedrijf Antwerpen, Anglo Belgian Corporation (ABC), Somers NV, Fockedey Truck S.A., Instituut voor Landbouw- en Visserijonderzoek (ILVO), Vlaams LNG Platform sowie Laurentia Rijn BV/Danser Group BV. Die Firmen möchten den Mobilitätssektor nachhaltiger machen und zur Energiewende beitragen.

 

Einige Fotos des Hubs.

Woraus setzt sich der alternative Energiehub zusammen?

Der Hub wird verschiedene Komponenten umfassen, darunter:

  • eine LNG-Shore-to-Ship-Bunkerstelle für die Binnenschifffahrt
  • eine LNG- und CNG-Tankstelle für den Straßentransport
  • eine Ladestelle für Elektrofahrzeuge

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LNG-Shore-to-Shore-Bunkerstelle für die Binnenschifffahrt

Die LNG-Bunker- und Tankstelle wird eine eigenständige Einheit mit der erforderlichen permanenten LNG-Lagerkapazität und einen flexiblen Bunkerarm umfassen. Je nach dem Volumen und der Größe des Anschlusses des LNG-Kraftstofftanks des Schiffs können eine oder zwei Pumpen für den Bunkervorgang eingesetzt werden. Ein LNG-Versorgungsschiff zum Befüllen des LNG-Speichertanks wird mit demselben Anschluss verbunden.

LNG- und CNG-Tankstelle für den Straßentransport

Am Standort wird eine LNG- und CNG-Tankstelle für Lkws, Busse und Pkws eingerichtet. Ebenso wird dort ein permanenter Speichertank für die LNG- und CNG-Tankstelle installiert. Das CNG wird am Standort selbst über den LNG-Speichertank mithilfe des „Boil-off“-Prozesses erzeugt (siehe weiter unten). Für Lkws ist eine Insel mit zwei LNG-Zapfsäulen geplant, ebenso wie für die Lieferung von CNG für Lkws, Busse und Pkws. Um insbesondere den Kraftstoffbedarf von Lkws mit Zweistoffbetrieb zu decken, werden am Standort zudem Dieselpumpen installiert. 

Ladestelle für Elektrofahrzeuge

Eine Schnellladestation wird Elektrofahrzeugen die Möglichkeit bieten, ihre Batterien schnell aufzuladen. Der Strom für diesen Teil der Anlage wird aus dem Boil-off-Gasmanagementsystem stammen. Das bei Erwärmung von LNG entstehende Gas wird als Kraftstoff in einem Generator verwendet, der Strom für die Ladeterminals erzeugt. 

Null-Emissions-Anlage

Boil-of gas

Wann immer LNG (-169°C) gespeichert ist und nicht entnommen wird, wärmt es sich unter dem Einfluss der Umgebungswärme auf, wird gasförmig und verdampft (Boil-off-Gas). Dies führt zu einem langsamen Druckaufbau im Speichertank. Um den Druckaufbau im Tank unter Kontrolle zu halten, kann das Boil-off-Gas als Kraftstoff zur Stromerzeugung verwendet werden,  beispielsweise für elektrische Ladeterminals oder zur Einspeisung in das Netz. Besteht keine Stromnachfrage, kann das Gas erneut abgekühlt werden. Hierdurch wird es wieder flüssig und zur erneuten Verwendung in den LNG-Speichertank zurückgeführt. LNG kann darüber hinaus in effizienter Weise in CNG umgewandelt werden. Dieser vollständige Optimierungsprozess sorgt dafür, dass keine Emissionen in die Außenwelt gelangen.