Bericht von ENGIE:

Aufgrund des am Vormittag des 5. Juli in der belgischen Tageszeitung Le Soir erschienenen Artikels lesen Sie hier die Stellungnahme, die ENGIE Electrabel an die Nachrichtenagentur Belga weitergeleitet hat. ENGIE Electrabel ist daran gelegen, in transparenter Weise über die laufenden Revisionen ihrer Kraftwerksblöcke zu informieren.

In Doel 3 haben die Teams von ENGIE Electrabel bei Kontrollen während der geplanten Stilllegung des Reaktors festgestellt, dass die Betondecke des Gebäudes neben dem Reaktorgebäude instandgesetzt werden muss. Das Gebäude beherbergt die Sicherheitssysteme der 2. Stufe, die nur bei Problemen mit den Systemen der 1. Stufe zum Einsatz kommen. Analysen haben ergeben, dass der Beton dieser Anlagen, die sich im nicht nuklearen Teil des Kraftwerks befinden, möglicherweise durch Wärme und Feuchtigkeit in seiner Festigkeit beeinträchtigt wurde. Gemäß den Sicherheitsanforderungen ist jedoch vorgesehen, dass diese bunkerartigen Gebäude externen Ereignissen wie einem Flugzeugabsturz standhalten müssen. Die erforderlichen Maßnahmen werden eingeleitet, während Doel 3 am 1. August wieder hochgefahren werden soll.

Seit den Befunden in Doel 3 hat ENGIE Electrabel ein Präventionsprogramm für Kontrollen und Instandsetzungsarbeiten in den anderen Blöcken eingeleitet.

Die Blöcke Doel 1, Doel 2 und Tihange 1 sind in anderer Weise konstruiert als die restlichen Blöcke. Demgemäß stellt sich hier das betonbedingte Problem nicht.

In Tihange 3 wird derzeit eine geplante Revision durchgeführt. Auch in diesem Kraftwerk hatte ENGIE Electrabel im April 2018 festgestellt, dass sich der Zustand des Betons an den Decken der Räume, in denen sich die Ausgangsrohre der Dampfauslassventile befinden, verschlechtert hatte. Unmittelbar darauf wurde ein Instandsetzungsprogramm ausgearbeitet.

Während der Kontrollen haben unsere Teams die beschädigten Komponenten entfernt. Diese Maßnahme hat Abweichungen an der Betonbewehrung zu Tage gefördert, die bereits seit Errichtung des Gebäudes gegeben waren. Tatsächlich waren die Verstärkungselemente der Betonplatte an der Decke nicht so angebracht worden, wie dies planmäßig vorgesehen war. Vermutet wird, dass sich diese Bügel bewegt haben, als der Beton während des Baus gegossen wurde.

Die Ingenieure von ENGIE Electrabel sind derzeit mit Analysen und Berechnungen unter Aufsicht unabhängiger Sachverständiger beschäftigt. Bei diesen Berechnungen muss ermittelt werden, wie sich die nicht konforme Positionierung der Bügel im Konstruktionsplan auswirkt, sofern ein externes Ereignis wie ein Flugzeugabsturz eintritt. Die gesamten Unterlagen werden im Folgenden der Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANC) vorgelegt, die hierzu Stellung beziehen wird. Da die Analysen andauern, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein anderes Fazit ziehen.

ENGIE Electrabel möchte nochmals betonen, dass nukleare Sicherheit absolute Priorität genießt. Die Bauweise der belgischen Kernkraftwerke wurde nach den europäischen Stresstests als äußerst solide eingestuft. Die beim Bau der Blöcke angewendeten Margen sind wesentlich höher als in Nachbarländern. Bei Zweifeln legt der Betreiber den Block unverzüglich still. Das erneute Hochfahren muss von der FANC genehmigt werden.

 

Pressekontakt:

Anne-Sophie Hugé 
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