Welcher Reaktortyp wird in den belgischen Kernkraftwerken eingesetzt?

Bei den vier Reaktoren in Doel und den drei in Tihange handelt es sich um Druckwasserreaktoren, die zu den sichersten der Welt gehören.

 

Die Konstruktion der Kernkraftwerke stützt sich in der Hauptsache auf Regeln und Praktiken aus den Vereinigten Staaten, die jedoch dem belgischen Kontext angepasst sind. Für jedes belgische Kernkraftwerk sind die Vorschriften für Bau und Betrieb in einem Sicherheitsbericht, der Betriebs- und Umweltgenehmigung, festgelegt.

 

Bei Druckwasserreaktoren führt unter Druck stehendes Wasser die Wärme, die durch eine Kernspaltungsreaktion entsteht, aus den Reaktoren ab. Dies geschieht im Primärkreislauf. Das unter hohem Druck erhitzte Wasser gelangt danach zu Dampfgeneratoren, wo es durch tausende Rohre gepumpt wird.

 

Auf der anderen Seite dieser Rohre verdampft das Wasser des Sekundärkreislaufs. Der Primärkreislauf ist vom Sekundärkreislauf komplett getrennt. So wird vermieden, dass eventuell vorhandene radioaktive Teilchen in den sekundären Teil gelangen. Der Dampf aus dem Sekundärkreislauf treibt eine Turbine und den damit verbundenen Generator an. Der Generator sorgt für die Erzeugung von Elektrizität. Der Dampf verlässt die Turbine in Richtung Kondensator, wo er mit Wasser aus dem Tertiärkreislauf gekühlt wird. Der Dampf kühlt ab, kondensiert zu Wasser und gelangt zurück in die Dampfgeneratoren. Der Kondensator arbeitet mit Kühlwasser aus der Schelde. Die Kühlung des Wassers aus dem Sekundärkreislauf bewirkt, dass sich dieses Scheldewasser leicht erwärmt. Deshalb wird es im Kühlturm zunächst auf eine Temperatur, die die in der Umweltgesetzgebung festgelegten Höchstwerte nicht überschreitet, abgekühlt, bevor es wieder in den Kondensator oder zurück in die Schelde strömt. Im Vergleich zu einem klassischen Kraftwerk, in dem fossile Brennstoffe verwendet werden, unterscheidet sich das Kernkraftwerk also vor allem durch die Art der Wärmeerzeugung für die Dampfproduktion.

Wie wird die Umgebung geschützt?

Drei hintereinander liegende Barrieren isolieren die hochradioaktiven Spaltprodukte von der Umgebung. Die drei hintereinander liegenden Barrieren sind:

  1. Eine hermetische Metallhülle umschließt und schützt die Kernbrennstofftabletten, die das Uranoxid enthalten.
  2. Das Reaktorgefäß hat eine 20 cm dicke Stahlwand.
  3. Das Reaktorgebäude ist ein doppelwandiges Gebäude mit einem Gehäuse aus Stahlbeton. Die innere Hülle verhindert die Freisetzung von Radioaktivität außerhalb des Reaktorgebäudes. Sie hält hohem Druck von innen stand. Die zweite Hülle schützt die Anlage vor äußeren Einwirkungen.