Großprojekte Kernenergie

Unsere ersten Kernkraftwerke gingen im Jahr 1975 in Betrieb. Seitdem ist es unser erklärtes Ziel, sowohl Leistung und als auch Sicherheit der Anlagen kontinuierlich zu verbessern. Bei allen Maßnahmen, die wir zu jederzeitigen Sicherheit unser Anlagen ergreifen, berücksichtigen wir die Ergebnisse und Empfehlungen zahlreicher Kontrollen. Davon sind aktuell auch größere  Arbeiten und Investitionen betroffen. Diese Großprojekte führen wir durch, um den zukünftigen Betrieb unserer Reaktoren zu gewährleisten.

Long Term Operation (LTO - Langzeitbetrieb)

Long Term Operation (LTO - Langzeitbetrieb)

Im Rahmen der verlängerten Laufzeit der Kernkraftwerke von Doel 1, Doel 2 und Tihange 1 erarbeiteten wir Long Term Operation (LTO)-Pläne, die alle erforderlichen Investitionen und Maßnahmen umfassen, um die Kernkraftwerke weitere zehn Jahre betreiben zu können. Die belgische Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANK) befand den vorgeschlagenen Ansatz und die damit verbundenen Verbesserungspläne für adäquat passend und gab eine positive Empfehlung bezüglich der Fortsetzung des Betriebs der drei Kernkraftwerke ab.

Tihange 1

Nach der Entscheidung der belgischen Regierung aus dem Jahr 2012, die Laufzeit von Tihange 1 (in Betrieb seit Oktober 1975) um zehn Jahre bis 2025 zu verlängern, und im Anschluss an die Vereinbarung, die wir mit der Regierung über die Bedingungen für diese Verlängerung unterzeichneten, wurde mit der Durchführung des LTO-Plans für Tihange 1 begonnen. Er umfasst circa hundert Einzelprojekte, in die rund 600 Millionen Euro investiert werden.

Doel 1 und 2

Die Laufzeit der Kernkraftwerke Doel 1 und 2, die seit Februar beziehungsweise Dezember 1975 in Betrieb sind, wurde ebenfalls um zehn Jahre bis 2025 verlängert, nachdem Ende November 2015 eine Einigung mit der Regierung über den Wirtschafts- und Rechtsrahmen erzielt worden war. Für die Durchführung des LTO-Aktionsplans für die Kernkraftwerke sind Investitionen in Hohe von rund 700 Millionen Euro vorgesehen. Bei der Erarbeitung des Plans wurden Befunde von verschiedenen Kontrollberichten berücksichtigt (unter anderem BEST – Belgian Stress Tests).

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BEST, Belgian Stress Tests

BEST, Belgian Stress Tests

Nach dem Seebeben und dem darauffolgenden Tsunami, der das Kernkraftwerk in Fukushima (Japan) im März 2011 schwer beschädigte, entschied die Europäische Union, alle Kernkraftwerke Widerstandsprüfungen (oder Stresstests) zu unterziehen. Ziel dieser Prüfungen war es, die Sicherheitsmargen von Kernkraftwerken unter extremen Bedingungen neu zu bewerteten.

Die FANK hat unsere BEST-Berichte für Doel und Tihange gründlich analysiert und gelangte zu dem Schluss, dass die Kernkraftwerke ohne Risiko extremen Bedingungen standhalten und die wesentlichen Sicherheitsfunktionen garantieren können. Die Agentur erstellte einen Plan mit Verbesserungsmaßnahmen, die um die Empfehlungen der European Nuclear Safety Regulations Group (ENSREG) ergänzt wurden. In Rücksprache mit der FANK werden diese Verbesserungsaktionen gegenwärtig in beiden Kernkraftwerken durchgeführt (bereits zu 85 % abgeschlossen).

Die belgischen Kernkraftwerke gehören zu den robustesten Anlagen

ENSREG hat die Ergebnisse aller Stresstests in europäischen Kernkraftwerken gründlich analysiert. Auf Basis seines Berichts ist die Europäische Kommission zu dem Schluss gelangt, dass die belgischen Kernkraftwerke zu den robustesten Anlagen gehören.

Sogar auf das Undenkbare vorbereitet

Von den verschiedenen Maßnahmen, um die Widerstandsfähigkeit unserer Kernkraftwerke gegen unvorhersehbare Ereignisse zu erhöhen, ist ohne Zweifel eines der umfangreichsten Projekte der Bau einer Überschwemmungsschutzmauer, die das Kernkraftwerk von Tihange vor einem außergewöhnlichen Hochwasserstand der Maas schützen soll.

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Gründliche Inspektion der Reaktordruckbehälter von Doel 3 und Tihange 2

Gründliche Inspektion der Reaktordruckbehälter von Doel 3 und Tihange 2

Im Sommer 2012 deuteten Inspektionen auf das Vorhandensein von Wasserstoffeinschlüssen in den Reaktordruckbehältern der Kernkraftwerke Doel 3 und Tihange 2 hin. Eine gründliche Analyse erwies sich als unumgänglich. Nach zehn Monaten umfangreicher Inspektionen und Analysen der Widerstandsfähigkeit der betreffenden Reaktordruckbehälter gab die FANK im Juni 2013 die Erlaubnis für die Wiederinbetriebnahme beider Anlagen.

Diese Wiederinbetriebnahme war mit einem zusätzlichen Testprogramm verbunden, um das Verhalten der Reaktordruckbehälter langfristig zu evaluieren. Als eine Prüfung mit bestrahltem Material nicht die erwarteten Ergebnisse brachte, entschied ENGIE Electrabel im März 2014, die geplante Stilllegung beider Reaktoren vorzuverlegen und eine noch gründlichere Untersuchung durchzuführen, um diese Ergebnisse zu überprüfen und zu klären.

Mehr als 1.500 Prüfungen

Ein ausführliches Programm mechanischer Prüfungen und Metallanalysen wurde erarbeitet und mehr als 1.500 Materialprüfungen durchgeführt. Die Reaktordruckbehälter wurden erneut mit höheren Empfindlichkeitsparametern inspiziert. Auf Basis der Berichte, die ENGIE Electrabel im November 2015 eingereichte, urteilte die FANK, dass beide Anlagen in aller Sicherheit wieder in Betrieb genommen werden konnten.

Infografik

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