Nukleare Sicherheit – seit 40 Jahren unser Leitmotiv

Wir betreiben die Kraftwerke an unseren beiden Standorten seit mehr als 40 Jahren. In diesem Zeitraum kam es zu keinem einzigen Zwischenfall, der Einfluss auf die Sicherheit der Beschäftigten, der Anwohner und die Umwelt gehabt hätte. Für ENGIE Electrabel hat nukleare Sicherheit seit jeher absolute Priorität. Sie beruhen auf einem Gefüge technischer und organisatorischer Maßnahmen sowie der Ausbildung unserer Mitarbeiter. Das sorgt dafür, dass der Betrieb unserer Kernkraftwerke keinerlei schädliche Auswirkungen für Mensch und Umwelt nach sich zieht: Konstruktions- und Bauprinzipien, Ausbildung und Verhalten von Beschäftigten, häufige Kontrollen…
40 Jahre völlig sicherer Betrieb
40 Jahre völlig sicherer Betrieb

Nukleare Sicherheit: mit mehreren Säulen unterlegt

Die nukleare Sicherheit ist in verschiedenen Grundprinzipien und einem besonders strengen Regelwerk verankert. Ein spezielles Konzept, eine starke Sicherheitskultur und häufige Qualitätskontrollen sorgen zusammen für die langfristig sichere Funktionsweise unserer Anlagen.

Bei der Konstruktion unserer Kernkraftwerke finden potenzielle Defekte von Vorrichtungen oder Komponenten Berücksichtigung. Aus diesem Grunde sind sicherheitssensible Vorrichtungen in mindestens zweifacher Ausführung vorhanden. Dies ist die Basis des Redundanzprinzips: Es verhindert, dass defekte Einzelteile die Sicherheit des Kraftwerks gefährden.

Bereits bei der Konstruktion und dem Bau der Anlagen wurden Maßnahmen getroffen, um zu vermeiden, dass bei der Kernspaltung entstehende radioaktive Substanzen in großen Mengen an die Außenwelt abgegeben werden. So werden Uran und hochradioaktive Spaltprodukte durch eine Reihe aufeinanderfolgender Einschlussbarrieren vollständig abgeschirmt, um die Freisetzung von Radioaktivität auszuschließen.

Schema splijtstof GER

Hätten Sie's gewusst? 5X – Spaltprodukte werden fünffach abgeschirmt, um das Austreten von Radioaktivität zu vermeiden.

Um weltweit zu den besten Betreibern nuklearer Anlagen zu zählen, müssen wir auch den Faktor Mensch berücksichtigen. Entsprechend ist ein grundlegendes Element unserer auf fünf Jahre angelegten globalen Pläne für nukleare Sicherheit  eine Kultur zu entwickeln und zu stärken, in der sicherheitsorientierte Verhaltensweisen der Normalfall sind,.

Die 2.000 Beschäftigten unserer Kernkraftwerke durchlaufen eine strenge Ausbildung und verfügen über lange Erfahrung. Die Beschäftigten im Kontrollraum müssen darüber hinaus im Besitz einer speziellen Lizenz sein, die alle zwei Jahre erneuert wird und nachweist, dass die Kompetenzen für die Kraftwerkssteuerung vorhanden sind. Diese Lizenz wird erst nach intensiver Spezialausbildung und Sondertraining an einem Simulator erteilt. Zudem ist eine Prüfung in Anwesenheit eines unabhängigen Kontrollorgans abzulegen.

Schließlich werden jedes Jahr interne und externe Notfallübungen unter aktiver Einbeziehung der Beschäftigten des Kraftwerks durchgeführt.

Hätten Sie's gewusst? Unsere Kernkraftwerke verfügen über eigene Ausbildungszentren mit einem Vollsimulator, der alle Aspekte der Funktionsweise des Kraftwerks akkurat reproduziert.

Die Nuklearindustrie – bestkontrollierte Branche der Welt

Unsere Kernkraftwerke unterliegen in regelmäßigen Abständen äußerst strengen externen Kontrollen auf nationaler und internationaler Ebene. Dabei wird die Sicherheitsstufe der Anlagen mit Blick auf eine kontinuierliche Verbesserung überprüft.

Die INES-Bewertungsskala

INES-Skala

Die Unfälle in den Kraftwerken Three Miles Island (1979) und Tschernobyl (1986) zeigten, wie schwer sich die Verantwortlichen des Nuklearsektors dabei taten, mit Presse und Öffentlichkeit zu kommunizieren. Hieraus entstand die Notwendigkeit für eine Referenzskala, die bei einem nuklearen Störfall oder Unfall herangezogen werden kann. Aus diesem Grund wurde die INES-Skala entworfen. 

Die internationale INES-Skala (International Nuclear Event Scale) teilt Störfälle und Unfälle in Stufen von 1 bis 7 ein. Die Bewertung erfolgt dabei nach drei Kriterien: Folgen für die Bevölkerung und die Umwelt, Folgen für das Kraftwerk und die Inanspruchnahme des mehrschichtigen Sicherheitssystems („tief gestaffelte Verteidigung“). Ereignisse ohne Bedeutung werden in die Kategorie „Below scale – No safety significance“ eingestuft.

Hierbei sei darauf hingewiesen, dass diese Skala ausschließlich als Kommunikationsinstrument dient und die Zahl der INES-Ereignisse per se keinesfalls herangezogen werden darf, um die Sicherheitsstufe einer Nuklearanlage zu beurteilen.

Eintretende INES-Ereignisse werden jeweils offiziell durch unsere Kraftwerke gemeldet (Doel, Tihange).

Fukushima und Tschernobyl

Im Jahr 2016 ist es 30 beziehungsweise 5 Jahre her, dass es in den Kernkraftwerken Tschernobyl (Ukraine) und Fukushima (Japan) zu einem Nuklearunfall kam. Das belgische Nucleair Forum hat ausführliche Unterlagen zu den Ursachen und Folgen beider Unfälle zusammengestellt. Sie können hier abgerufen werden: Fukushima  Tschernobyl